Das Policendarlehen als mögliche Alternative zum Kleinkredit

Zu den etwas unbekannteren Darlehensarten gehört sicherlich unter anderem das sogenannte Policendarlehen. Vergeben wird dieser Kredit in vielen Fällen von Banken, aber auch Versicherungsgesellschaften treten hier als Kapitalgeber auf. Kennzeichnend für das Policendarlehen ist vor allem, dass eine Lebensversicherung als Kreditsicherheit dient. In manchen Fällen kann das Policendarlehen sogar eine gute Alternative zum Kleinkredit sein.

Eigenschaften und Funktionsweise des Policendarlehens

Der Name Policendarlehen kommt daher, weil eine Versicherungspolice, also ein Versicherungsschein, als Sicherheit für diesen Kredit dienen soll. In nahezu allen Fällen handelt es sich dabei konkret um eine Lebensversicherung, wobei allerdings ausschließlich die Kapitallebensversicherung geeignet ist. Eine Risikolebensversicherung kann hingegen nicht beliehen werden. Das Policendarlehen funktioniert auf der Basis, dass sich für die zu beleihende Kapitallebensversicherung bereits ein Rückkaufswert gebildet hat. Dieser Rückkaufswert ist die Basis dafür, wie hoch die Darlehenssumme sein kann, die mittels des Policendarlehens vergeben wird.

In den meisten Fällen ist die maximale Kreditsumme identisch mit dem Rückkaufswert, der zurzeit der Kreditaufnahme besteht. Der Kreditgeber nimmt dann eine Abtretung der Lebensversicherung vor, indem er als Gläubiger eintritt. Im Gegenzug erhält der bisherige Gläubiger, also der Kreditnehmer, die entsprechende Darlehenssumme ausgezahlt. Typisch für die Funktionsweise des Policendarlehens ist meistens, dass der Kunde trotz Abtretung weiterhin die versicherte Person bleibt. Konkret heißt das, dass der wichtige Todesfallschutz auch nach der Abtretung weiterbestehen kann. Ansonsten wird das Policendarlehen im Prinzip wie ein gewöhnlicher Ratenkredit behandelt, denn die Kreditsumme wird nach und nach im Zuge der monatlichen Darlehensraten zurückgezahlt. Zinsen werden beim Policendarlehen natürlich ebenfalls berechnet.

Vor- und Nachteile beim Policendarlehen

Es sind vor allem die folgenden Vor- und Nachteile, die das Policendarlehen in der Praxis charakterisieren:

Vorteile

  • keine Probleme beim Erhalt des Darlehens
  • Bonität des Kunden ist unerheblich
  • Darlehensbetrag kann so hoch wie der Rückkaufswert sein
  • oftmals günstige Zinsen

Nachteile

  • Lebensversicherung kann nicht mehr anderweitig verwendet werden
  • maximale Darlehenssumme auf Rückkaufswert begrenzt

Vergleich zwischen Kleinkredit und Policendarlehen

In der Praxis wird ein Policendarlehen meistens dann genutzt, wenn einerseits eine Lebensversicherung vorhanden ist, der Kunde aber andererseits Kapitalbedarf hat. In vielen Fällen handelt es sich um einen Finanzierungsbedarf zwischen mehreren Tausend bis hin zu über 20.000 Euro. In solchen Fällen ist natürlich ein Vergleich mit dem Kleinkredit etwas schwer, da einfach beim Policendarlehen häufig höhere Darlehenssummen im Spiel sind, die man in Form eines Kleinkredites gar nicht auszahlen könnte. Dennoch gibt es natürlich einige Unterschiede zwischen den Darlehensarten, die entscheidend sein können.

Vorteilhaft ist beim Policendarlehen sicherlich gegenüber dem Kleinkredit die Tatsache, dass auch größere Darlehenssummen ausgezahlt werden können, falls der Rückkaufswert dementsprechend hoch ist. Zudem ist das Policendarlehen nicht selten günstiger als der Kleinkredit, was natürlich insbesondere daran liegt, dass mit dem Rückkaufswert eine volle Absicherung des Darlehensbetrages vorhanden ist. Selbst wenn der Kunde eine schlechte Bonität hat, würde dies beim Policendarlehen aufgrund der Sicherheit unerheblich sein. Grundsätzlich kann das Policendarlehen also eine sehr gute Alternative zum Kleinkredit sein. Allerdings lohnt es sich in der Praxis nur bei größeren Darlehenssummen, während beispielsweise einige Hundert Euro besser über einen Kleinkredit finanziert werden können.

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